Projekt III "Kinder in guten Händen"

Der Primarbereich

1. Januar 2014 - 31. Dezember 2014

Lehrer/-innen begleiten Kinder täglich in der Schule und gehören damit zu der Personengruppe, die durch den unmittelbaren Zugang zu Kindern und ihren Familien gute Voraussetzungen haben,  um entsprechend dem  Sächsischen Handlungskonzept für präventiven Kinderschutz  das gelingende Aufwachsen von Kindern in Sachsen zu sichern und Kindeswohlgefährdung bereits im Ansatz zu vermeiden. Aus diesem Grund  gehören Schulen zu den Partnern der regionalen Netzwerke für Kinderschutz in Sachsen und werden zunehmend entsprechend ihrem Auftrag gemäß § 50a Abs. 1 SchulG Sachsen und §8a SGB VIII einbezogen. Präventive Kinderschutzarbeit ist eine umfassende Aufgabe, die von  den beteiligten Personen der verschiedenen Professionen sowohl Wissen als auch Kompetenzen fordert, die sie nicht selbstverständlich in ihrer Ausbildung erworben haben. Zudem gilt es, in den jeweiligen Institutionen Kinderschutz konzeptionell in der Weise zu integrieren, dass Zuständigkeiten, Verfahrensabläufe, Dokumentationsverfahren und Kooperationen mit externen Partnern für die beteiligten Fachkräfte Handlungssicherheit bieten.

 


Ziele des Projektes

Ziel des Projekts „Kinder in guten Händen“ für Schulen im Primarbereich ist die Herstellung von Handlungssicherheit im Umgang mit tatsächlichen Anhaltspunkten für Kindeswohlgefährdung gemäß der gesetzlichen Regelungen §50a Abs. 1 Sächsisches Schulgesetz (SchulG) und §4 Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG). Pädagogische Fachkräfte an Schulen (Primarbereich) sollen in die Lage versetzt werden, mit ihren Wahrnehmungen von schwierigen Lern- und Lebenssituationen von Schülerinnen und Schülern adäquat ihrem Auftrag zum Schutz des Kindeswohls umzugehen. Dazu gehört, Kindeswohlgefährdung frühzeitig zu erkennen, entsprechend der gesetzlichen Regelungen zu handeln und externe Partner vor Ort sowie das regionale Netzwerk für Frühe Hilfen und Kinderschutz einzubeziehen. Darüber hinaus ist eine Kultur der Aufmerksamkeit, Offenheit, Transparenz und des Vertrauens innerhalb der Schule und gegenüber den Eltern von wesentlicher Bedeutung.

 


Die Produkte

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, entwickelte der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V. im Projektzeitraum vom 01.01.2014 bis 31.12.2014 folgende Produkte:

1. Konzept einer modularen Fortbildung „Kinder in guten Händen“ für Schulen des Primarbereichs
2. Fortbildungshandbuch mit Fortbildungsmaterialien für den Primarbereich

Im Ergebnis steht ein evaluiertes Gesamtprodukt für Schulleiter/-innen und für schulinterne Lehrerfortbildungen (SCHILF) zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Bildungsinstitut (SBI)
Das Projekt wurde vom Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Bildungsinstitut (SBI) umgesetzt. Die Zusammenarbeit wurde vertraglich geregelt. Zu festgelegten Terminen wurde das SBI über den Projektstand informiert und erhielt folgende Teilergebnisse.

 


Die Fortbildungen

Die entwickelte Fortbildung für den Primarbereich orientiert sich konzeptionell an der Fortbildung „Kinder in guten Händen“ für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (Projekt von 2010-2013) und wurde inhaltlich und methodisch auf den Primarschulbereich (Grund- und Förderschulen) zugeschnitten. Sie umfasst folgende 6 Module:

Die Schulleiterfortbildung findet in 2 Blöcken an je 3 Tagen (insgesamt 6 Tage) statt und umfasst alle 6 Module.

Die schulinternen Lehrerfortbildungen werden inhaltlich und im Umfang mit den Schulleiter/-innen geplant und umfassen in der Regel 1 oder 2 Fortbildungstage zu je 6 Stunden.

Innerhalb des Projektzeitraums fanden Fortbildungen für folgende Schularten statt:

Förderschulen Förderschwerpunkte:

Die schulinternen Lehrerfortbildungen fanden in folgenden Regionen Sachsens statt:

 


Die Evaluation

Die formative und summative Evaluation des Fortbildungskonzeptes und des Praxishandbuchs führte die Arbeitsstelle für Praxisforschung, Beratung und Entwicklung (Apfe) des Zentrums für Forschung, Weiterbildung und Beratung (ZFWB) der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden durch. Evaluationskonzept und Fragebögen wurden gemeinsam mit den Fachreferentinnen des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen e.V. erarbeitet. Die Erhebung war an die Durchführung der Fortbildung gekoppelt und wurde durch die Fachreferentinnen sichergestellt.

 


Die Expertise zum Praxishandbuch

In Abstimmung mit dem Sächsischen Bildungsinstitut (SBI) wurde bei Prof. Dr. Katrin Liebers (Universität Leipzig, Fakultät Erziehungswissenschaften) ein Gutachten zum Praxishandbuch in Auftrag gegeben, welches Aussagen zum Inhalt und zur Relevanz der Themen für den Primarbereich dokumentieren sollte.
Wichtige Ergebnisse des Gutachtens wurden in Form einer Expertise zur 2. Sitzung des Projektbeirats am 26.11. 2014 durch Stefan Eichhorn (Universität Leipzig, Fakultät Erziehungswissenschaften) vorgetragen.

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Der Beirat

Zur Unterstützung der Durchführung des Projekts „Kinder in guten Händen“ wurde der Projektbeirat einberufen, der den Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V. strategisch und inhaltlich beriet.

Mitglieder:

In enger Zusammenarbeit mit Kerstin Wittig (SMK) fanden 2 Sitzungen des Beirats im Kultusministerium statt.

 


Das Ergebnis

Im Ergebnis des Projekts „Kinder in guten Händen“ für Grundschulen und Förderschulen des Primarbereichs steht eine evaluierte modulare Fortbildung mit zugehörigem Praxishandbuch für die Schulleiterfortbildung und schulinterne Lehrerfortbildung (SCHILF) zur Verfügung.
Die Ergebnisse der Evaluation und das Gutachten zum Praxishandbuch weisen beide Produkte als sehr gute Instrumente aus, um im Primarbereich mehr Handlungssicherheit im Kinderschutz zu schaffen.

Es hat sich gezeigt, dass die Vorgehensweise, zunächst die Schulleitung umfassend zum Thema zu schulen und damit in die Lage zu versetzen für den Bedarf des eigenen Kollegiums gezielt Inhalte auszuwählen, sehr erfolgreich war.
Weiterhin hat sich herausgestellt, dass kleinere Schulen auf kostenfreie SCHILF-Angebote, wie sie im Projekt möglich waren, angewiesen sind, um schulinterne Fortbildungen zu realisieren, da das eigene Budget nicht einmal für die Kopierkosten des Fortbildungsmaterials reicht.
Prinzipiell ist es möglich, bestimmte (allgemeine) Inhalte des Praxishandbuchs unabhängig von der Fortbildung allen Schulen Sachsens zugänglich zu machen. Für die konkrete Installierung des Handlungsleitfadens in das jeweilige Schulprogramm und zur Vertiefung und Fallberatung ist die Teilnahme an der Fortbildung „Kinder in guten Händen“ notwendig.

 


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