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Glossar wichtiger Begriffe

Welche Bedeutung haben eigene Gewalterfahrungen für den Blick auf das Kindeswohl?

Wie andere Menschen haben auch Erzieherinnen und Erzieher sowie Tagesmütter und Tagesväter in ihrem bisherigen Leben Gewalterfahrungen gemacht.

Das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen sein: als Opfer oder Täter, als Zuschauer oder Mitwissende, in den Fernsehnachrichten oder im Kinofilm. Das Miterleben von Gewalt beeinfl usst das Empfi nden, die individuelle Sensibilität gegenüber dem Thema und wirkt sich auf die Wahrnehmung bei Kindeswohlgefährdung aus.

Das bedeutet, wer selbst Gewalt erfahren hat, kann bestimmte Gefährdungen bei Kindern vielleicht nicht erkennen, weil Gewalt als „Normalität“ erlebt wurde oder eigene Erinnerungen zu schmerzhaft sind, verdrängt und damit bei der Wahrnehmung ausgeblendet werden. Dabei variiert das persönliche Empfi nden von Person zu Person. Ebenso ist es möglich, dass Gewalterfahrungen mit einer erhöhten Sensibilität einhergehen, so dass in der Wahrnehmung von Kindern Anteile der eigenen Geschichte hineininterpretiert werden. Aufgrund dieser möglichen Verzerrungen ist eine bewusste Refl exion eigener Gewalterfahrungen für den professionellen Umgang mit Kindswohlgefährdung wichtig.